Ein Liebesbrief für Franziska Y.

Weil ich dich einfach nicht finden kann,
vielleicht versteckst du dich, vielleicht bist du Tod,
die Götter empfohlen dich nicht zu finden,
schreibe ich dir diesen offenen Liebesbrief

Wir waren zusammen in den Festungen der Unendlichkeit,
in einer abgeschlossenen Kammer,
Eine Stück Papier und ein zweites Mädchen,
Mir ist egal, ob all das stimmt, was du mir versucht hast zu sagen.

Und heute ich kenne Einsteins Rätsel,
aber es ist mir nicht mehr möglich dich zu finden.

Ich wäre für dich gestorben,
Hilf mir es zu tun!
In der zweiten Zeit, hast du mich getötet,
ich nahm es in Visionen war
Aber trotz der Misshandlung,
hast du dir doch einen Platz in meinem Herzen errissen

Es war spät in der Nacht, und ich muss tun, was ich nicht kann.
ich muss dich zurücklassen, hilf mir es zu tun!

Ich hätte mein Leben für dich gegeben. Ich habe es versucht.
Du willst nicht mehr gefunden werden. Bist du eine Tote?

So ist es an der Zeit, dass ein Halbelf Abschied nimmt.
Aber mit der Bitte an Gott.. Irgendwann werden wir uns wieder sehen.

Und jetzt werde ich sterben. Damit das bald passiert.
Hilf mir es zu tun!

Und alle sagen, sie wäre nur irgendein Mädchen gewesen.
Das war sie. Aber nicht für mich.
Helft mir es zu tun!
Denn, du hast mich nie geliebt.

So werde ich es tun. Hilf mir es zu tun!

Mein Herz

Hier sitzt du nun, nach all der Arbeit. Nach all dem Mühn nach all der Arbeit mit den Kindern nach all dem Denken, den schweren Zeiten, die da groß gewesen sind und doch in aller der Depression, waren es doch die Tränen, die sie so schön gekitzelt hatten. Nun lag sie da in ihrem Schaukelstuhl und träumte wieder.

Sie dachte zurück an alte Zeiten, ihre Hochzeit, an Johann, wie er an einem windigen Herbstnachmittag nach langem Spaziergang um ihre Hand angehalten. Und nun? Sie schaute nicht gerne in den Spiegel. Das was einst jung und knusprig gewesen war, war nun hängend, schwarzes Haar war grau und ganz langsam weiss geworden. Sie erinnerte sich zurück an ihre Jugend, in der sie festgestellt hatte, dass die Uhren sich immer schneller drehen, desto mehr Zeit verstrichen ist und an die Jahre mit Mann und Sohn, an die ersten Falten und an die Erkenntnis, dass ihre Zeit auf dieser Welt nicht ewig andauern könne.
Ihre Enkel kamen oft zu Besuch und dachten sich doch jedes mal etwas Schönes aus, dass sie Ihr bringen konnten, einen alten Film, Heinz Erhardt zum Beispiel, eine kräftigen Eintopf mit würzigen Mettwürsten, die stark im Magen lagen.
Wieder wehte der Wind, der alles überdauern würde, so wie das stille Rauschen der Meere. Sie wusste, dass ihre Tage gezählt waren. Jetzt wusste sie dass die Tage vielleicht noch zweistellig sein könnten, mit viel Glück eine eins vorm Zehner, aber auch leider nicht viel mehr. So schaukelte sie, wenn ihre Beine es ihr erlaubten zum Walzer, der Volksmusik, es war doch ein buntes Leben gewesen.
Den Bruder im Krieg verloren, als Kind hatten ihre Eltern oft vom großen Führer und der Überlegenheit der deutschen Rasse erzählt. Mit Leuchten in den Augen, einem Leuchten sie erinnerte sich, so ein leuchten später bei einem vom Wahnsinn Befallenem gesehen zu haben. Dieser enthusiastische Schrei der Augen und ihr Glanz von Aktiviktät, lange noch hatte ihre Familie die Lügen geglaubt. Aber über die Jahre kamen neue Führern, neue Redner mit neuen Parolen. Auch die Politik gleicht dem Meere dachte sie, denn in die Wellen der Faszination und Aufschwung sind meist gefolgt von Lethargie und Stagnation.
Die Wellen immer viele hohen Wellen, und eine Ebbe, eine Macht die entgegengesetzt war, es gab sie tatsächlich. Ob das Meer auch über Politik nachdachte? Noch ein Tag weniger. Ein Tag wie jeder andere, den jeder Mensch täglich lebt, der für ihn ein Tag weniger, vielleicht ein Tag mehr war. Aber es war ein Tag und das war doch immer viel mehr als nichts. Und wenn wir auch nur wenige Tage zählen, wir haben immerhin Tage gezählt, das war doch etwas.
Ich habe mein Leben gelebt, und bald stehe ich vor ihm. Vor dem, dem wir tausende von Kirchen widmen, hunderte Moscheen, Synagogen, Tempel und andere Gotteshäuser. In diesem Moment wo nichts mehr zwischen ihr und der Energie aus der sie einst gekommen war stand, würde sie reden können. Sie würde etwas zu sagen haben, sicherlich viele Fragen stellen, aber sie würde nicht wegschauen müssen, wie die die nur für den Tag leben, leugnend dass es ein vor und zurück gab, leugnend dass die Welt auch bestand, wenn sie sich nicht mehr um sie selbst drehte.
Diese Menschen würden wegschauen und was dann? Strafe Tod? Ihr Gewissen war rein, eine weiße Weste, härter als jeder Panzer der je gewesen ist, ein Mantel aus Mithril, dem blauen Mana, ob es das alles wirklich gab? Es liegt nicht in der Hand der Sterblichen, über die Ewigkeit zu wissen, aber man gab ihnen die Möglichkeit darüber nachzudenken. Denn kein Wesen lebt für sich, kein Fluss der nicht auf Boden fließt, kein Boden der nicht durch alle Gezeiten ewig in Wechselwirkung ist. Grausam ist aber doch die Natur, was sie immer glaubte, das war bittersüß. Und das war ein beruhigender Gedanke das alles bittersüß ist, ein Mischung als Salz und süße, aus allem irgendwie, alles hatte seine Berechtigung.

Und wie gut waren erst die Speisen der Köche, die es verstanden eine Säure oder gar eine Bitternote einzubauen. Und dann dachte sie an Martin. Ein seltener Moment kam eine süße Träne entwich ihrem Auge, eine Träne des Glückes. Des Glückes beim betrachten der Vergangenheit ihres Sohnes, der groß geworden ist. Und dann plötzlich war er 25 und ein Mann geworden, fähig selber eine Familie zu gründen, fähig zu Lieben und der doch soviel zurückgab nur wenn sie ihn ansah. Selten sind die ist die Form des Glückes in Tränen, eine perfekte Form, denn sie beinhaltet eine zartbittere Schokolade, einen Schmerz ein Glück in Trauer, ein tragisches Glück. Staub sind wir auf ewig, dachte die Oma. Ein kalter Februarwind wehte draußen als sie die Augen schloss und alles wieder bunt wurde. Sie blickte ins blaue Mana, das Herz pochte stark. Stärker immer stärker und es brannte wohl, aber sie spürte nur noch die Quelle. Der unerschöpfliche Brunnen von weißem Lichtwasser in den ihr Geist entsprang. Dieses Leben war so schön wie hart, aber es riefen neue Aufgaben, eine Frischzellenkur. Ein letztes mal küsste ihre Seele den Leib und glühte davon. Am nächsten Morgen fand man ihren kalten Kadaver in dem bereits Zersetzungsbaktierien wüteten. Ascheweiß war ihre haut geworden man barg sie auf schminkte sie und steckte sie in eine nussbraunen Sarg den man auf dem örtlichen Friedhof verscharrte und mit Lilien bewarf. Ein Fluss aus Tränen, dem Wasser entspringend, welches unser aller Mutter darstellt. Ein dicker Stein würde auf das Grab gestellt, im Herbst wehte der Wind Laub auf die warme Erde. Und der Wind wehte weiter immer weiter, bald würde der Winter kommen, es war jetzt schon kalt.

Gewidmet E.G.

Ein Kuss im Regen

Du sprachst einmal

von uns im Regen

Im Gelb der Morgensonne

das schwarz der Nacht

verwegen, der  letzte Stern

schenkt uns ein Licht.

 

Ich geh hin, dort wo die Winde reden

an den Ort, den niemand sonst erreicht,

eine letzte Träne fällt, ganz seicht,

welch Schmerz erfüllt mein Liebesreich

 

In ihrem kleinem Zauberleben

ist kaum ein Tag, eine Nacht gewesen

in der ich sie mehr hätte gespürt,

in dem Moment da sie meine Hand berührt

Und mich zum Gehen anweist.

Ich blieb danach allein,

es sollte der Moment des  Abschieds sein.

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