Der Kartoffelkünstler

Er zaubert listenreiche Worte

und ordnet sie im Takt

Musik spielt an der Himmelspforte

Es ist ein Schöpfungsakt

 

Er schleppt den billigsten Kartoffelsack

kocht stets mit Aug und Pelle

steht vorm Theater, im Flohmarktvrack

auf dass ihn der asketisch Zug

im Leben noch erhelle.

 

Er hungert gewiß gern

isst gern die bittre Pelle

Tagesarbeit lag ihm stetig fern,

hofft auf das Geld, das Schnelle

 

Der Künstler, der die Schätze sucht

beim reimen daran redlich denke,

ist bis an den Lebtag lang verflucht

denn Kunst es Künstlers Glückesschänke.

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Die Maschine

Die Auswertung musste fertig werden. Es musste berechnet werden. An diesem kalten Novembertag an dem Demitri die stickige Luft des Büros in sich sog. Sein Mitarbeiter betrat den Raum und setzte sich an einen durch rollbare Wände abgetrennten Arbeitsplatz. Als dieser die Maus bewegte schaltete der Bildschirm ein. Dimitri vernahm beim Blick hin zum Fenster, bei dem er auch den Arbeitsplatz seines Kollegen Stefan wahrnahm, auch auf dessen Monitor Schirm Fenster, Zahlen und Reiter.

Der Tag war regnerisch und grau, nicht wirklich kalt sondern unangenehm, einer dieser Vorwintertage, die es laut Demitri’s Vater früher niemals gegeben hatte. Früher waren die Novembertage klar, kalt und schön. Heute sind sie verregnet. Der Blick zur Uhr verriet Demitri, dass es bald fünf war. Er malte sich seinen Feierabend aus. Er würde nach Hause mit seinem Seat fahren, sich eine Dose Ravioli aufmachen und das allabendliche Fernsehprogramm durchforsten, auf der Suche nach etwas anderem, nur keine Zahlen, keine Reiter, und keine Fenster. Gegen sechs würde er zu Hause eintreffen, die Dose Ravioli musste er noch im Supermarkt zum Preis von zwei bis drei Euro erwerben.

Eigentlich hatte ihm sein Arzt empfohlen, keine Dosennahrung mehr zu konsumieren, auch die Zigaretten und der Kaffee taten ihm nicht gut. Der Arzt hat gut Reden, wahrscheinlich sitzt er schon zu Hause in seinem Palast. Seine Frau bereitet ihm grade ein zu seiner Ankunft bereits köstlich duftendes Abendessen zu, das nur aus Vitaminen und Mineralien besteht. Keine kochende Frau wartete auf Dimitri, nur seine Dose Ravioli, angenommen des Falles er würde wirklich noch im Supermarkt einkaufen.

Bald würde er Mercedes fahren, jede Überstunde war nötig, jede Wochenendschicht ein Muss. Tausende Euros tummelten sich auf dem Konto, man kann sie ja jederzeit mit dem Handy einsehen, man kann sie vermehren, mit jeder Stunde, mit jeder Zigarette und der Tasse Kaffee am Morgen, jeder Atemzug den Dimitri im Büro verbrachte erhöhte die Summe der Zahlen auf der Habenseite.

Das Auto hat über zweihundert Pferdestärken und war silbern, ähnlich dem grauem Himmel, neben dem Bürofenster. Der Arzt fuhr mit dem Fahrrad nach Hause. Das Automobil des kleinen Mannes wie man sagt. Ein großer Mann fährt Mercedes. Bald schon würde Demitri Mercedes fahren, nur noch ein Monatslohn. Sein Magen knurrte als sein Vorgesetzter seine Box eilig stürmte. “ Herr Niemann wie weit sind sie gekommen?“ sprach dieser freundlich. „Ich denke ich sollte übermorgen fertig sein, die Buchungen von Rosmann sind noch nicht erfasst, das ist aber reine Fleißarbeit, werde ich morgen eintragen.“ “ Der Kunde rief eben an, er will die Zahlen bis aller-spätestens morgen Abend übermittelt haben, sie hatten doch nach zusätzlicher Arbeit gefragt“.

Mürrisch schaute Dimitri drein und gab schwermütig ein „dann muss es wohl sein“ ab. Nachdem das Büro sich nach und nach lehrte, und der Magen immer lauter knurrte, fuhr Dimitri langsam seinen Rechner runter. „Diese Maschine“ dachte er denn es war eine Maschine . Er dachte an die Dose Ravioli und sah das Netzkabel. Als die Uhr halb sechs schlug saß Dimitri glücklich in seinem Seat und fuhr zum Italiener, der ihm stets so hoch angepriesen wurde. Er würde ein Fahrrad kaufen, er würde das Rauchen aufgeben, irgendwann. Ganz sicher würde er keinen Mercedes kaufen und niemals wieder einen Fuß in die Box vor die Maschine, in das Rad des Getriebes, der Mühle der Maschine setzen. Nicht für eine andere Maschine.

Primark hat Blut an ihrer Kleidung kleben

Ich hörte grade im Radio, dass in Schuhen und Kleidungsstücken der Modekette Primark Zettel gefunden wurden. Auf diesen Zettel waren grausige Botschaften zu Lesen „Wir arbeiten hier unter Grausamsten Bedingungen, das Essen, dass wir hier bekommen ist für Tiere unwürdig.“ An den Zetteln sollen Blutspuren gewesen sein. Primark ist absolutes Paradebeispiel für die Dreistigkeit mit der Modekonzerne ihr Geld schaufeln, auf Kosten der Ärmsten der Armen, den Frauen, Kindern und Männern in Ländern wie Bangladesch, Indien oder Sierra Leone. Kauft eure Klamotten nicht bei Sklaventreibern. Geht lieber in einen Fairtrade laden und kauft bei Konzernen die ihre Arbeiter wie Menschen und nicht wie Sklaven behandeln.

Fortsetzungsdichtung Teil 3

Sie sah so schön aus, dach ich mir

mein Talent ist hier bei dir.

Für sieben Jahre Altersheim,

sperrte man den Vater ein.

Das Mädel sieht so schön aus, beim Regenwind

sie stirbt nicht, hoff ich, sie kriegt mein Kind.

Aber der Holger, alter Denker

läuft durch Wald und im Stadtbezirk.

Der Lenker führt mich in die Fabrik.

Schreierei, Gebrüll und Knochenjob.

Sie läuft gern in den Wald hinein,

und raucht dort alten Pflanzenkeim.

Holger betritt das Fabrikgebäude.

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