Walking to Bio

Ich hatte schon seit zwei Jahren überlegt, dass ich endlich etwas ändern musste. Was nützte mir aufgeklärtes Denken, wenn ich es nicht selber umsetzte? Nach wie vor kaufte ich Maßt-Hormon-Antibiotika-Billigfleisch, aß Süßigkeiten in Massen, rauchte, trank, vor Jahren kamen noch sämtliche chemische sowie biologische Rauschmittel dazu. Ich hatte 26 Jahre lang Raubbau an meinem Körper betrieben, doch ich hatte das Glück eine Biologie Dozentin und Ärztin für Naturheilkunde namens Ellen kennen zu lernen (Gingerclub’s Blog in der Linkliste). Erst sie brachte mich zu dem Gedanken endlich etwas zu ändern. Und so versuchte ich 2011 den Umstieg von 100% Gift auf 0, nämlich Rohkost. Das klappte leider nur 2 Wochen, denn mein Magen spielte nicht mit, zudem bin ich nur von Gemüße und Obst einfach nicht satt geworden. Es hat noch weitere zwei Jahre gebraucht bis ich endlich damit anfing, mich bewusst zu ernähren.

Diese Ernährung ist eigentlich ganz einfach und schmeckt sogar viel besser, denn Bio Tierprodukte sind zwar minimal teurer, schmecken dafür jedoch um Längen besser.
Mein Obst und Gemüse beziehe ich meist aus dem Netto-Sonderangebot, da ich aber teils ländlich Wohne und gerne umherwandere, stoße ich oft auf Bauern, die über zahlreiche Obstbäume und Gemüsegärten verfügen und ihre Waren zum absoluten Spottpreis verkaufen. Oft verschenken Sie das Essen auch einfach, weil sie viel zu viel davon, grade jetzt im Herbst haben.
Die Schritte zur gesunden Ernährung sind relativ einfach und ich versuche Sie mal hier punktuell zusammenzufassen.
1. Möglichst wenig tierische Nahrung, z.B. Fleisch, Käse, Eier und Milch. Wenn doch, dann Bio Produkte, das heißt ohne Medikamentengabe, zu tierfreundlichen Bedingungen gehalten
2. Viel Obst und Gemüse, statt fetten Streichkäse aufs Brot, eine Tomate mit Salz und Pfeffer o. Ä..
3. Keine Cola, keine zuckerhaltigen Konzentratsäfte, weniger Kaffee, dafür Wasser, Direktsäfte oder Fruchttee.
4. Keine Drogen, wenig Alkohol, wenn dann anständigen sauberen gefilterten Alkohol (Absolut Wodka etc, 5 Euro Wodka kann keine Qualität haben).
5. Keine Zigaretten mit Zusatzstopfen, nur Aromafreier Tabak, der nur mit Wasser bearbeitet wurde (z.B. Pueblo, American Spirit)
6. Keine chemischen Körperpflegeprodukte, basische Seife zum Waschen, kein Haarspray, kein Gel, (für Frauen, bitte anständige Schminke ohne Tierversuche kaufen, aus rein ethischen Gründen)
7. Wenn etwas Geld über ist zu Fairtrade-Produkten greifen, um die Bauern der dritten Welt fair zu bezahlen.
8. Kein Fast Food (Mc Donalds, Burgerking, Döner, Currywurst usw.), höchstens in Ausnahmefällen

Seitdem ich diese einfachen Regeln einhalte fühle ich mich viel vitaler, lebensmutiger und glücklicher. Ein Apfel bringt einen viel größeren Energieschub, als es ein Kaffee jemals könnte, da er den Körper mit wichtigen Vitaminen versorgt. Wer versucht diesen Plan umzusetzen und sich zu ändern wird schnell merken, dass er über viel mehr Lebensenergie verfügt und gleichzeitig etwas Gutes für die Tiere und Bauern der dritten Welt leistet.

Step…by….Step

Neulich war ich mal wieder im Wald um frische Pilze und Brombeeren zu sammeln. Nachdem ich, aller Vermutung nach, ein längst zerfallenes germanisches Dorf entdeckte hatte, beschloss ich noch im Dorf ein bisschen einzukaufen, um mich mit Fleisch und Eiern einzudecken. Beim örtlichen Fleischer erwarb ich 2 Riesenkottelets, die im Supermarkt qualitativ viel schlechter ausgefallen wären, zudem in ekelhaftes Plastik eingepackt und aus der Massenhaltung.

Igitt…Nein Danke, dann doch lieber von der örtlichen Bauern. Als ich im Netto ankam viel mir auf, dass ich für die Kottelets ja noch Eier brauchte. Ich hatte nun die Wahl zwischen Eiern, aus der Tierfolte, auch Bodenhaltung genannt und der Freilandhaltung. Die guten Eier kosteten grade mal 20 Cent mehr und da ich stets versuche, vernünftige Produkte zu kaufen griff ich zu den Freilandeiern. Das interessante an der Situation war, das ein Rentner vor mir am Eierregal stand. Er wollte zuerst die Eier aus der Bodenhaltung kaufen, nachdem ich nach oben griff, griff auch er zu den Freilandeiern. Dieser Moment hat mich sehr erfreut, denn mir wurde wieder klar, das wir doch selbst, wir Menschen, unsere Welt gestalten können. Und wenn der Einzelne anfängt, Qualität zu kaufen, statt nur nach dem Preis zu gehen, können wir auch andere Menschen davon überzeugen, die den Blick noch nicht auf artgerechte Tierhaltung gelegt haben, diese aber auch gerne unterstützen würden. Wer Le Bon’s Psychologie der Massen gelesen hat, merkt schnell, dass die Massen sich schnell einen Trend entwickeln, der sich durchsetzt, es muss nur von irgend jemanden der erste Stein ins Rollen gebracht werden.

 

Fleischkonsum senken

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken über meinen Fleischkonsum gemacht. In meinem Freundeskreis tummeln sich viele Vegetarier und Veganer, aber auch Leute wie ich, die gerne Fleisch essen. Aber auch als Fleischfresser kann man beim Streben für eine gute Tierhaltung mitwirken. Ich esse mittlerweile nur noch einmal die Woche Fleisch als wirkliches Gericht, meide billige Wurst und Salami als Brotaufstrich. Wer wirklich wissen will, wie grausam unser Billigfleisch entsteht, dem lege ich die Aufklärungsdokumentation „Earthlings“ ans Herz (Zu sehen bei Youtube). Der Planet Erde ist nicht unser Eigentum, wir sind nur Gäste hier und sollten unsere Mitgäste nicht bis aufs letzte Quälen, nur um privaten Profit daraus zu schlagen. Auch ein Leben ohne Fleisch ist sehr lebenswert, es ist nur eine Gewöhnung. Wir sollten uns wirklich mal überlegen ob wir jeden Tag Döner, Chicken-Wings und Mc Donalds Müll brauchen, der uns krank und fett macht und welchen Preis die Tiere dafür zahlen müssen. Man muss gar nicht ganz verzichten, meiner Meinung nach, wenn man etwas bewusster einkauft und nicht immer nur das billigste fleischhaltigste nimmt kann man schon viel zu einer besseren Tierhaltung beitragen.

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