Petersilie

Es war ein kühler Morgen, an dem sie in einem Supermarkt stand, den Wagen voll mit einem Sack dunkler Frühkartoffeln, zwei Pfund Kaffeebohnen kräftiger Röstung, Äpfeln, die sich derzeit wieder im Angebot des Händlers befanden, einer Tüte gesalzener Rotkohlchips und vielerlei Kleinkram. Groß und leuchtend stand vor ihr das drehbare Regal mit den Pflanzensamen. Vieles war im Angebot, Möhren, Narzissen, Rauken, Steckrüben, alles Pflanzen mit denen Sie in ihrem zwei Zimmer Apartment ohne Garten nicht viel anfangen konnte. Sie überlegte, was in den kleinen Fensterkasten würde wachsen können. Blumen kamen für sie nicht in Betracht, an ihrem kleinen Laden war wenig sonniger Platz man musste hier also Prioritäten setzen. Ein schmackhaftes Kraut sollte es sein, vielleicht ein Majoran, eine Zitronenmelisse oder ein warm duftender Lavendel. Ein Gewürz stellte für sie eine pragmatische Lösung dar, schließlich braucht schweres Gemüse ein ordentlichen Beet,die Feuchtigkeit regelmäßigen Regens und die Kraft des Sommerwindes. Wenige Momente überlegte sie noch und griff dann zur schmalen Verpackung mit krauser Petersilie.

Als der kalte Februar seine letzten frostigen Böen über das Land zog wurde ein Topf mit schwärzlicher Blumenerde gefüllt, mit den gespannten Fingern ein Loch in den weichen Boden gedrückt, dies mit einem Samenkorn gefüllt. Das Wiederholte das Mädchen dreimal. Nun befand sich in jeder Ecke ein Same, ein Korn, ein Wunder das bereit war die Welt zu verändern, ein genetischer Schaltplan, eine kleine Petersilie. Am Abend goss sie die Pflanze mit der metallenen Gießkanne, die sie einmal auf einem Trödel für ein paar Münzen hatte ergattern können. Ab jetzt wurde jeden morgen beobachtet und wenn es sonnig war, wurde wieder Wasser hinzugegeben.

Bevor die Arbeit losging sah sie aufs kleine Miniaturbeet, bis sich eines morgens der erste kleine grüne Kopf aus der Erde erhob und sich auf den Weg Richtung Sonne machte. Bei der Bemerkung dieser Geburt, verzückte sich das Herz der Mutter in eine glückliche Wonne. Wenige Tage später spross der zweite Same, irgendwann auch der Dritte, als der erste Kopf bereits ein paar Zentimeter seine krausen Haare in die Luft streckte. Die Pflanzen wurden gegossen und gepflegt. Wuchs nur langsam und spärlich auch wenn man Versuchte den Wachstumsprozess mit einem Dünger zu begünstigen, den die Petersiliengärtnerin von den Eltern geschenkt bekam. Sie besaßen einen großen Garten mit einer starken Kirsche und zwei großen Apfelbäumen, welche die Familie jedes Jahr mit Obst beschenkten.

Eines Nachmittags im April schien die Mittagssonne schwer durch die Fenster, seit Tagen waren die Pflanzen nicht mehr gegossen worden. Die Erde war mürbe trocken und die drei zarten Pflänzchen hingen ausgelaugt ihre Kronen Richtung Boden. An der im Plastikkasten Mittelstehenden hatte sich sogar eine Krause schon in ein blasshelles Braun verfärbt, als die Mieterin beladen mit einem ledernen Reisekoffer die Wohnung betrat. Mit einer Freundin waren sie in einem zerkratzten Polo Richtung Ostsee gefahren, um ein paar sonnige Tage an frischer Meeresbrise zu verbringen. Als sie das Szenario im Wohnzimmer erblickt griff sie rasch zur zur Gießkanne, füllte sie im Badezimmer mit kaltem Wasser und goss schließlich erst die große dann die mittlere Petersilie schnell. Bei der dritten passierte ein Missgeschick, durch das schnelle Gießen staute sich das Wasser auf der Bodenoberfläche.Die erst wenige Zentimetergroße getrocknete Pflanze schwamm plötzlich leicht im Wasser auf. Dies hatte zur Folge, dass ihre Wurzeln ein Stück aus dem Grund gerissen wurden. Nach ein paar Momenten war das Wasser im Boden versickert und die Kleine stand zunächst wieder auf der Erde.

Wenige Tage später hing war das Grün der Dritten zu einem durchgezogenem Beige geworden, nun war die Erste hinüber. In dem folgenden Sommer legten die zwei anderen Gewächse rasch an Halmen und Volumen zu, oft griff die Frau mit der Scheer zur Petersilie, trocknete die Krausen Halme in der Sonne, quetschte ein Paar in eine Plastikbox und legte sie in ihr Gefrierfach, um Suppen und Eintöpfe mit dem herben Geschmack zu verfeinern.

Eines Novembertages wurde waren die Vorräte aus dem Sommer aufgebraucht und sie schnitt 5 große Halme ab, zerkleinerte sie auf hölzernem Brett mit dem Messer und fror auch diese Extraktion wieder in ihrem Kühlfach ein. Der Petersilie wurde das zu viel. Der Winter war kalt und dunkel, kaum ein paar Sonnenstunden hatte der November den Menschen gebracht. Regelmäßig musste die Heizung aufgedreht werden. die Strapazen dieser Prozedur trugen die Kräuter. Schließlich konnte eine nicht mehr genug neue Sprossen treiben lassen. Ihr Stamm wurde weich und labbrig, das Grün wurde schwächer, gab auf, verlor sich im welken Braun des Pflanzentodes.

Wie bei der Petersilie ist es doch das Schicksal eines jeden Lebens sich am Ende aufzulösen, zur Erde zu werden und Platz im Raum für neues Werden zu machen.

Im darauffolgendem Sommer spross die übergebliebene Krauspetersilie stark auf. Sie bildete zahlreiche Sprossen. Im verregnetem August, kroch eine kleine braune Kappe aus der Erde, die der Petersilie Gesellschaft leistete. Ein verirrter Häubling entstieg der Erde und teilte. Der kurzlebige Pilz sorgte für Verwirrung, auch sein Schicksal erfüllte sich nach wenigen Tagen, bis er seine Spooren in die Luft schickte.

Im Winter entstanden auf der Dritten Peter weiße Punkte und bildete keine neuen Triebe mehr aus. Irritiert machte sich das Frauenzimmer auf in eine Gärtnerei und ließ sich beratschlagen, um was für ein Problem es sich handeln möge. Man riet ihr die Spinnmilben mit einer Lösung zu besprühen und verlangte für kleine Menge des Giftes eine Summe, für die man im Supermarkt hätte 10 neue Töpfe mit Kräutern hätte erwerben können. So kam es, dass das Problem mit Brennspiritus und Spülmittel bespritzt wurde. Unbedacht gelangte das Substrat in die Erde. Das war Zuviel, die Spinnmilben verschwanden zwar, aber die Petersilie vertrug die Lösung im Boden nicht. So erstarben auch ihre dünnen Wurzeln langsam, auch ihr Blätter bräunten sich, auch ihr Stamm wurde hohl weich und strohig. Sie wurde dem Boden entrissen und in auf dem Kompost entsorgt. Auch sie konnte sich verwandeln in Humus. In ein neues kurzes Leben.

Advertisements

Der ewige Garten

Wir warten im Garten,

auf rote Tomaten,

auf gelbe Pflaumen

drücken mit Daumen,

gegen Alraunen.

 

Wir pflanzen,

die Pflanzen tanzen

die Pflanzen zaubern,

aus Wasser schärfe

aus Erde,  das Schrot, das Korn,

bringen Menschenvolk nach vorn.

Ich stech mich am Brombeerendorn.

Beim sammeln fließt mein Blut,

Die Beeren schmecken doch so gut.

 

Pflanze den Strauch im Topfe ein,

ach wär doch nur ein Garten mein.

Schöpfung

Am Anfang war der Riese. Er war gigantisch groß und konnte nicht sprechen. Er hatte ein Haus und einen Garten, er versorgte sich komplett selbst. Und dann waren da die kleinen Feen. Der Riese hatte eine Keule. In der kleinen Welt in der er lebte, wollten ihn die kleinen Feen immer helfen. Sie halfen ihn die Keule zu tragen, sie halfen ihn im Garten, sie halfen ihm beim Putzen.

Doch der Riese war sauer auf diese kleinen Feen, er wollte ihre Hilfe nicht. Er erschlug die lieben kleinen Wesen täglich mit seiner Keule. Die Welt in der er lebte, befand sich im Himmel auf einer fliegenden Insel. Doch dann nach Jaarhunderten, passierte es. Es wurde eine Fee geboren, die anders war als die Anderen. Die kleine Fee hatte Spaß daran, andere Feen zu ärgern. Die Fee schlug ihre Freundinnen, sie war nicht dumm, aber sie war anders. Auch diese Fee half, wie es für die Feen üblich war jeden Tag dem Riesen. Der Riese versuchte sie zu erschlagen, wie die anderen. Die kleine böse Fee fing an darüber nachzudenken, weshalb der Riese sie und ihre Freundinnen schlug.

Sie fragte die anderen Feen, aber keine konnte ihr diese Fragen beantworten. Sie begann mehr und mehr sich von den anderen Feen abzuwenden und alleine durch die Lüfte zu fliegen. Mit ihrem Zauberstäbchen hexte sie herum und ärgerte weiterhin die Feen die sie traf. Sie flog immer weiter und weiter und merkte dass der Garten ein Ende hatte. Sie flog über die Wiese dahinter und sah, dass sie irgendwann den Abgrund der Insel. Sie flog wieder zurück zu den anderen Feen.

Plötzlich kam der Riese zum Gemüsebeet und sah ihr kurz in die kleinen Augen. Er schaute sie an und lächelte. Die kleine Fee war nervös und aufgeregt. Sie nahm sich ein Tuch und packte ihr ganzes Hab und Gut hinein. Sie verschnürrte es und flog an den Abgrund. Sie dachte, warum schlägt der Riese uns immer. Dann flog sie in den Abgrund. Sie flog sehr lange Zeit durch die Luft. Nach Monaten des fliegens, kam sie auf Land zugeflogen und sah einen riesigen Wald. Sie sah Menschen, Tiere und Pflanzen.

Sie sah so vieles dass Sie noch nie gesehen hatte. Und in dem Moment hatte sie verstanden, warum der Riese die kleinen Feen schlug. Der Riese wollte ihnen die ganze Zeit Sagen, „Verlasst meine Insel, ich brauche eure Hilfe nicht. Geht und fliegt davon, es gibt dort noch eine andere Welt. Die kleine Fee freute sich und bemerkte schnell, dass sie jeder Zeit zu ihren Freundinnen zurückkehren konnte, wenn sie die Insel wiederfand. Vielleicht würde Sie das irgendwann tun um den anderen Feen die Welt zu zeigen.

Borderline

Ich und mein Borderline mein Borderline und ich

Edelsteinseite

Edelsteine Beschreibungen & Wirkungen

flora-shop.eu

Dekorationsblog diy

Neonoirerror

Go where you feel most alive

Spirit Kreativ

Studio für Spiritualität und Kunst

W8Screens

Pixel and more

Vitamin Erfolg

Academy für deine Charakterentwicklung

dieLaufeinheit

empfohlen von RUNNING 02/2017

Ingo S. Anders

Der befreite Mann: Lysander

Paul Fehm

Literarischer Blog Heidelberg

pflegeberatung-aachen.de/blog_ck/

Beratung bei Pflegebedürftigkeit und Hilfe im Widerspruchsverfahren

Mercedes Prunty Author

The Walking Mumbie

PolitEco

Politics, Economics and more

Impressions of Bangladesh

Meine Reisen nach Bangladesch - Eindrücke, die geteilt werden sollten

belysnaechte

“Es ist besser, man gehört zu den Verfolgten als zu den Verfolgern”Danilo Kiš

100 Canciones

Musica callejera

hicemusic

Neue Musik im Check

lettercastle

nur würdelose wörter erlaubt

jenniviolet

A fine WordPress.com site

Wilde Schönheiten

Bilder & Beobachtungen | Wissenswertes & Tipps | Naturschutz (im Garten)

Der Seiltänzer

Filme machen, Worte stellen, Dilettant sein.

Street Photography

Straßenfotografie • Beobachtungen am Wegesrand

Gedankenteiler

Gedanken sind bunt

Mein Leben und Erfahrungen als Empath

es ist nicht leicht ein Empath zu sein

Marina Rupprecht Fotografie und Literarisches

Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker als alleine.

überschaubare Relevanz

Man muss das realistisch sehen.

ChillendeSchiller

LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH (Bette Midler) .... und ganz einfach voll das Leben.

freudefinder

beschwingt durchs Leben gehen - Lebensfreude jetzt genießen

Sonde 7

Philosophie, Lyrik, Politik und Weltgeschehen

KLANGSPEKTRUM

Über Musik und andere schöne...

Gingerclub's Blog

Online Seminare für natürliche Gesundheit - Körper, Geist und Seele