Kafkas Schloss

Inspirierend die Zwangseinweisung
Ein Polizist hat mich erschossen
Trinke Kaffee beim Genossen
Rauche Shivas Tattergreis
Tüftle über Zwanzig Jahre
tüftle, lüfte Rätselsfrage
Niemand der die Lösung weis
Rauche Tabak ohne Plage
Der Schnee er scheint schwarzweis
Räum den Keller dieser Tage
Gott er schickt ne Plage
Lese Legenden einer Sage
Stelle mir selbst eine Frage
Auf die niemand eine Antwort weis
Ziehe Koks und rauche Schore
dort ein Winterstern erblüht
Höre drehend kreischend den Motore
Doch da! Einer lügt
Und im Labarinth der Pyramide
die Oase ein Gedicht,
lachend lüftet Satansplage
ihr wahres Gottgericht
300 Jahr, der der Gutes tun wird
bin nichts als ein Sklave
In der Liga der Enklave
Sommerstrahlen
draußen herscht der Sturm Kyrill
Treppen hoch und Treppen runter
vor mir steht der der Arzt der Gunther
Medizin er geben will.

Drei Krähen in der Neujahrsnacht

Früh der Wintereinbruch
Blut gerinnt an der Schnittwunde
Zwei Steine liegen im Flussbett

Ein Junge verirrt sich
in ein schwarz grünlich schimmernd Verlies
Er sucht einen Weg hinaus
Kann ihn niemals wieder finden

Ein Haus schreit
der Fluss gefriert

Da ist eine warme Tasse Kaffee
Kinder dürfen das nicht kosten
aber sie schmeckt nach Honig und Liebe

Es frostet bitterkalt
Der Winter ist dem Tod ein Verbündeter
fegend und leerend bläst der Wind

Da keimt ein Emmerkorn
Lebensspender Zauberkunst
ein Baum wird geschlagen

Und dort der Harlekin
er singt ein Lied
Ein Lied von Freiheit

Kleines braunes Reh

Als Kinder sahen sie sich im Hofe,
dich kleines braunes Reh,
erste Liebe tat ihm weh,
du schwarzhaarige Königszofe

Und betrunken war sein
kleines braunes Reh
zum ersten mal im Mai
der erste Kuss, es waren drei

Und so begann der Knabe
das Tabakrauchen,
das Trichtersaufen
mit dir du kleines braunes Reh,

Ein Zug fuhr ihn daraufhin
weg von dort wo ihr
gewohnt habt.

An einen unbekannten fremden Ort
eine geschlossenes verboten Zimmer,
Reh dein Knabe starb nicht dort
er ward verschlossen dort für immer,

Es war ein Schlüsselloch
durch den unser Knabe kroch,
und brach der Raumzeit einen Streich
so flog er durch den Quantentunnel
Jetzt sind fünfzig Jahre fort,
der Knabe, er lebt nicht mehr dort,
im Bus traf er ein kleines braunes Reh,
wie sie selbst einst gewesen.

Viele Rehe glitten ihm durch die rauen Hände
aber er malt das eine Reh an weisse Wände
das mit den gelbschwarzen Kaffeeaugen
Grenzlinien testen Glauben

Wenn er sich zurückerinnert
sich Erinnerung zurechtzimmert
dann war da nur die Wiese
und das Maisfeld der Liebe
in dem er das Mädchen traf

Rehfamilien ziehen durch den Wald,
und Kitze suchen Eicheln,
Da kommt ein alter Hirsch vorbei,
er sucht noch immer,
nach seinem kleinem braunen Reh

Der Löwenzahn

Auf der Wiese
stand er
leuchtender Löwenzahn
bitter Milch
im Busen

Fress deine Blätter
gelblich Löwenzahn
steck die Zunge in die Blume
Zähnchen, Zähnchen
Zahnchen, Zahn
Treibst mich in den Wahn
bitter-würzig Löwenzahn

Deine Mähne grünes Blatt
im Schach verloren
durchs Narrenmatt
Weinschlauch süß gegoren
Rauch die Lunte
Blumenlumen
bläulich, gelbe Bunte

Seh im Herbst
die Pusteblume
Blas dir 100 Kinder
kauen dich da grad
die Rinder?

Im Winter deine Wurzel
koch mir den Kaffee draus
Oh Löwenwahn, mein Licht,
mein Purzel
Der Zahn zermalmt
die Babymaus

Die Fahrt (Erzählung)

19 Minuten. 19 Minuten sollte es dauern bis die 8 an der Bäckereingasse halten würde um Fahrgäste aufzunehmen.

Ein sonniger Tag Lag hinter Rosenheim, die Sonne hatte gelacht, man trank Cocktails, aß ein Eis oder vergnügte sich am Badesee. Eine Truppe Jungsters stand dort und man hörte Hardstyle durch die qualvoll klingenden Handyboxen.

Musik schon, aber so macht das nun wirklich keinen Spaß. Die Jungspunde voll beladen, in der linken der Fürst Uranov Vodka, in der rechten glimmt eine Zigarette, manche rauchten gar nichts andere pafften ihr Skunk, die Stimmung: laut.

Es war ein Freitag. Da kam sie die lang erwartete Acht, sie führte in die Altstadt, in die Bars und Spelunken, die zu dieser Zeit balzwütige Jungsters anzog. Christoph erblickte kurze Röcke, nackte Beine ein Hauch von Gier machte sich für kurze Zeit in seinen Gedanken breit, doch dafür war kein Platz, nicht jetzt, aber denken das durfte man doch.

Sein Kopf kahl, die Finger zitterten leicht, die Freitagsnachtschichten waren nicht seine Welt, er war nervös und niemand durfte es merken. Er musste ihn lenken, es war seine Aufgabe und mit pochendem Herzen fuhr er dort an, dort an die Bäckereingasse, dort wie sie wieder standen, die hübschen Weiber, von dem ihm nicht mehr blieb als die Gedanken und Träume, dick machte ihn der Feierabendfraß.

Auch eine silberne Brille musste er beim Fahren tragen und doch trotz der Optik, doch war er Mensch, keine Maschine, kein Lenkroboter.

Die Gäste stiegen ein, der eine einen tropfenden Plastikbecher mit brauner Flüssigkeit in der Hand. Jetzt musste er es sagen, nur nicht schon wieder, diese Kinder. “ Bitte keine offenen Getränke mit in den Bus nehmen“, rutschte über seine Lippen, die Stimme hoch und leise, jedem war klar er war nicht hart und stark. “ Alter, meine Fresse“ sprach der Gast zog den Becher leer und ging in den Bus. „Die Busfahrer werden auch immer hässlicher“ hörte er von hinten. Er drückte den Mund zusammen, ein Uhr. Noch vier Stunden. Der hässliche dicke Mann saß da, er, der doch Gefühle hatte, der einst ein kleiner Junge gewesen den die Mutter küsste, niemand sah ihn an, von hinten sah man nur die Glatze.

Er dachte an seinen Feierabenddöner und kniff die Lippen zusammen. Niemals würde er eine von den hübschen Mädchen berühren, dafür war er zu nervös, sie verloren schnell das Interesse, ansprechen konnte er sie erst wenn er viel Schnaps getrunken hatte. „Der ist auch angezogen wie sonne Schwuchtel, die Hackfresse“ sprach der Fahrgast, der eben noch das Getränk gelehrt.

Christoph fühlte es wieder. Es war keine Trauer, es war ein beklemmendes Gefühl, eine graue Angst, er fürchtete diese Jugendlichen. Würde er im Bett vorm Schlafe wieder mit den Tränen kämpfen müssen, es war alles so traurig und gemein. Keine Haare wuchsen mehr auf seinem Kopf, er trank duftenden Kaffee, der auf seinem kleinen Fahrertischleine im Halter stand.

Er hasste das Fahren, was ihn doch glücklich machte. Er mochte den Blick auf die Uhr nicht, aber genoss das Gefühl eine Aufgabe zu haben, eine kleine zwar aber, er war kein Nichtsnutz, wie viele ihn geschimpft auf der Hauptschule, er verdiente Geld, keine Reichtümer, kein Vermögen, dennoch genug zum Leben, auch für eine schöne kleine Eigentumswohnung reichte es.

Und da war noch sein Kater Jonas, dem er gerne das teure Futter kaufte, da war doch auch der kleine Junge im Haus, der ihn immer so nett grüßte und dem er manchmal eine Tafel Milka oder eine Tüte Haribo an die Wohnungstür gelegt, es war nicht sein Kind, aber er liebte es. So ist es mit Gottes Geschöpfen, nicht nur Hass ist in Ihnen, sondern viel Liebe, sie kann sich im Bette, im Ehering, auch bei der Arbeit im Detail äußern, bei einem besonders intensiv ausgetüfteltem Schachzug, oder eben in der kleinen Freundschaft, die zwischen Christoph und dem Jungen bestand.

Wahrscheinlich hielt man ihn für einen perversen, manchmal sagten die Gäste er sehe aus wie ein Behinderter. Was kann das heißen? Warum ist die Welt so, aber warum dieses Glück, aber warum der leckere Döner, der Schnack mit Mostafa dem Pakistaner des Dönerladens, der immer guter Dinge, in diesem schönem starken Land.

Keine Frau wärmte ihm das Bett, er wollte eine er konnte keine haben. Endlich in der Altstadt angekommen, die Jünglinge stiegen aus, wieder leer, und wieder den Bogen fahren, die Runde, noch vier mal, noch drei mal zack und fertig. Ach war das schön und er fuhr doch gerne, trank einen großen Schluck und war kein Fettsack und Behinderter mehr, war doch eine zarte Blume, ganz verletzlich und süß. War doch ein Mensch.

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