Schönheit im Walde

Ich seh zurück auf 31 Jahre
Gewalt, Misshandlung, Qualen
schau rückwärts, zähle die Tage
Musik, Jubel, Heiterkeit
vor mir 10.000 Male
Liebe Sex und Zärtlichkeit
Huch das Glimmerding
Mein rötlich-bläulich Platinring
Gott mein Freund, du Hexer
schaffst es
mir, den härtesten Schlag zu verkaufen
als Schöne Vergangenheit
bin ich es, Sehnsucht nach Streit
Als das Blut aus meiner Pulsader floss,
nie wieder hatte ich so gelebt
Nie wieder hatte ich so geliebt,
es gespürt
wie damals, ich ließ Sie gehen
hätte ich die Wahl?
Ich wäre wieder in den Wald gegangen
und hätte geschnitten
Denn
Ich habe ihn niemals verlassen können
Weil ich es gar nicht wollte

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Mein Herz

Hier sitzt du nun, nach all der Arbeit. Nach all dem Mühn nach all der Arbeit mit den Kindern nach all dem Denken, den schweren Zeiten, die da groß gewesen sind und doch in aller der Depression, waren es doch die Tränen, die sie so schön gekitzelt hatten. Nun lag sie da in ihrem Schaukelstuhl und träumte wieder.

Sie dachte zurück an alte Zeiten, ihre Hochzeit, an Johann, wie er an einem windigen Herbstnachmittag nach langem Spaziergang um ihre Hand angehalten. Und nun? Sie schaute nicht gerne in den Spiegel. Das was einst jung und knusprig gewesen war, war nun hängend, schwarzes Haar war grau und ganz langsam weiss geworden. Sie erinnerte sich zurück an ihre Jugend, in der sie festgestellt hatte, dass die Uhren sich immer schneller drehen, desto mehr Zeit verstrichen ist und an die Jahre mit Mann und Sohn, an die ersten Falten und an die Erkenntnis, dass ihre Zeit auf dieser Welt nicht ewig andauern könne.
Ihre Enkel kamen oft zu Besuch und dachten sich doch jedes mal etwas Schönes aus, dass sie Ihr bringen konnten, einen alten Film, Heinz Erhardt zum Beispiel, eine kräftigen Eintopf mit würzigen Mettwürsten, die stark im Magen lagen.
Wieder wehte der Wind, der alles überdauern würde, so wie das stille Rauschen der Meere. Sie wusste, dass ihre Tage gezählt waren. Jetzt wusste sie dass die Tage vielleicht noch zweistellig sein könnten, mit viel Glück eine eins vorm Zehner, aber auch leider nicht viel mehr. So schaukelte sie, wenn ihre Beine es ihr erlaubten zum Walzer, der Volksmusik, es war doch ein buntes Leben gewesen.
Den Bruder im Krieg verloren, als Kind hatten ihre Eltern oft vom großen Führer und der Überlegenheit der deutschen Rasse erzählt. Mit Leuchten in den Augen, einem Leuchten sie erinnerte sich, so ein leuchten später bei einem vom Wahnsinn Befallenem gesehen zu haben. Dieser enthusiastische Schrei der Augen und ihr Glanz von Aktiviktät, lange noch hatte ihre Familie die Lügen geglaubt. Aber über die Jahre kamen neue Führern, neue Redner mit neuen Parolen. Auch die Politik gleicht dem Meere dachte sie, denn in die Wellen der Faszination und Aufschwung sind meist gefolgt von Lethargie und Stagnation.
Die Wellen immer viele hohen Wellen, und eine Ebbe, eine Macht die entgegengesetzt war, es gab sie tatsächlich. Ob das Meer auch über Politik nachdachte? Noch ein Tag weniger. Ein Tag wie jeder andere, den jeder Mensch täglich lebt, der für ihn ein Tag weniger, vielleicht ein Tag mehr war. Aber es war ein Tag und das war doch immer viel mehr als nichts. Und wenn wir auch nur wenige Tage zählen, wir haben immerhin Tage gezählt, das war doch etwas.
Ich habe mein Leben gelebt, und bald stehe ich vor ihm. Vor dem, dem wir tausende von Kirchen widmen, hunderte Moscheen, Synagogen, Tempel und andere Gotteshäuser. In diesem Moment wo nichts mehr zwischen ihr und der Energie aus der sie einst gekommen war stand, würde sie reden können. Sie würde etwas zu sagen haben, sicherlich viele Fragen stellen, aber sie würde nicht wegschauen müssen, wie die die nur für den Tag leben, leugnend dass es ein vor und zurück gab, leugnend dass die Welt auch bestand, wenn sie sich nicht mehr um sie selbst drehte.
Diese Menschen würden wegschauen und was dann? Strafe Tod? Ihr Gewissen war rein, eine weiße Weste, härter als jeder Panzer der je gewesen ist, ein Mantel aus Mithril, dem blauen Mana, ob es das alles wirklich gab? Es liegt nicht in der Hand der Sterblichen, über die Ewigkeit zu wissen, aber man gab ihnen die Möglichkeit darüber nachzudenken. Denn kein Wesen lebt für sich, kein Fluss der nicht auf Boden fließt, kein Boden der nicht durch alle Gezeiten ewig in Wechselwirkung ist. Grausam ist aber doch die Natur, was sie immer glaubte, das war bittersüß. Und das war ein beruhigender Gedanke das alles bittersüß ist, ein Mischung als Salz und süße, aus allem irgendwie, alles hatte seine Berechtigung.

Und wie gut waren erst die Speisen der Köche, die es verstanden eine Säure oder gar eine Bitternote einzubauen. Und dann dachte sie an Martin. Ein seltener Moment kam eine süße Träne entwich ihrem Auge, eine Träne des Glückes. Des Glückes beim betrachten der Vergangenheit ihres Sohnes, der groß geworden ist. Und dann plötzlich war er 25 und ein Mann geworden, fähig selber eine Familie zu gründen, fähig zu Lieben und der doch soviel zurückgab nur wenn sie ihn ansah. Selten sind die ist die Form des Glückes in Tränen, eine perfekte Form, denn sie beinhaltet eine zartbittere Schokolade, einen Schmerz ein Glück in Trauer, ein tragisches Glück. Staub sind wir auf ewig, dachte die Oma. Ein kalter Februarwind wehte draußen als sie die Augen schloss und alles wieder bunt wurde. Sie blickte ins blaue Mana, das Herz pochte stark. Stärker immer stärker und es brannte wohl, aber sie spürte nur noch die Quelle. Der unerschöpfliche Brunnen von weißem Lichtwasser in den ihr Geist entsprang. Dieses Leben war so schön wie hart, aber es riefen neue Aufgaben, eine Frischzellenkur. Ein letztes mal küsste ihre Seele den Leib und glühte davon. Am nächsten Morgen fand man ihren kalten Kadaver in dem bereits Zersetzungsbaktierien wüteten. Ascheweiß war ihre haut geworden man barg sie auf schminkte sie und steckte sie in eine nussbraunen Sarg den man auf dem örtlichen Friedhof verscharrte und mit Lilien bewarf. Ein Fluss aus Tränen, dem Wasser entspringend, welches unser aller Mutter darstellt. Ein dicker Stein würde auf das Grab gestellt, im Herbst wehte der Wind Laub auf die warme Erde. Und der Wind wehte weiter immer weiter, bald würde der Winter kommen, es war jetzt schon kalt.

Gewidmet E.G.

Das Yin

Vor siebzehn Jahren

hast du meine zitternd Hand geführt

meine roten Kinderlippen gespürt

vor fünfzehn Tagen

Am Sonnabend, beim Eiselmeer

lief nun meine Träne schwer

 

Vor dem Drachenhorte

gepanzert nur von ledern Rüstung

sprach sie ihre Zauberworte

durchschreiten letzte Pforte

wir treten auf die Brüstung

erspieß den Lindwurm mit der Lanze

in der Höhle tanzen wir den Freudentanze

 

Und ein paar Tage später

es ist endlich  soweit

wir beide sind bereit

In der Küchenvase rote Lilien,

wir kreuzen unsre Bluteslinien

 

Dort im stillen Garten

sehen wir unsren Sohne warten

Er hat ihre Augen, meinen Mund

ich geb mein Leben, blieb er stets gesund

 

Doch jetzt der Schmerz, der Hass, die Trauer

denn der Mann liebt kurz

sowie ein knappes Spätherbstregenschauer

 

Aber alles was mir bleibt

auch wenn sie nun nicht mehr schreibt

ist die Liebe, die sie mir vor Jahren geschenkt

Das Gefühl es bleibt, unendlich tief im Herz versenkt

Der Kampf

Am Morgen noch den Schmerz ertrunken,

Kummer, Sorge, Scherz?

Im Moment, da die Drei gezählt

der große Krieg, ich Zweimalnull

 

Dann drückt man dir

ein Maschinengewehr

in die Arme

 

Der General operiert im Stillen

was nur ein Zivilist bemerkt

man zwang ihn zum Kaufe

des Maschinengewehrs

in Flammen liegt, welch Flughafen

 

Der Soldat, der Massenmörder

mit dem großen Maschinengewehr

auch er hat Kinder

auch er liebt

 

Ein Lager ist am Fluss errichtet

im Felde

 

Dort liegt der Kadaver

dort liegt ein totes Herz

dort lag der Familienvater

 

und die Kinder spielen im Garten

Das Purpurrot

Der schöne Schmerz,
dich bei ihm zu sehen,
Das rote Herz,
es fliegt mir entgegen.
Der Schreck den du fühlst.
wenn du Sie nicht sicher weißt.
Das schöne Gefühl
ihn Lachen zu sehen

Und dabei zu Wissen,
er kann dir mehr geben als ich.

Das Kitzeln dich nach ihm zu küssen.

Sie kann tun was Sie will.
Sie kann mit ihm tun was Sie will.
Wir haben ein Band gebunden.
In der Leere haben wir uns gefunden.
Eine unsterbliche Bresche geschlagen
Wie der Vater zum Sohn
und wie die Mutter zur Tochter.

Ihr dein Feuer geben ist das eine.
Was uns bleibt ist das Glühen
Mit dem man immer wieder Feuer zünden kann
Denn nur wenn das Feuer das Wasser überdauert.
Hat es mal wirklich gebrannt.
Wenn nur die Gefahr der Wollust in dir lauert.
Hast du nicht verdient ihre Flamme anzuzünden.
Denn sie spürt die Vernichtung des Feuers
und du da wärest nur
die Asche gewesen.
Ein Streichholz
der den Tod bringen kann.

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