Lena

Es war in dem Jahr, in dem ich mich bereits vom Leben verabschiedet hatte. Ich versuchte zig mal mein schwach Leuchtendes Licht zu erlöschen. Ich hatte mir die Pulsader aufgerissen. Überdosen Medikamente und Drogen zu nehmen. Kehrte ich nach Hause zurück in die Schule, lachten Sie mich aus. War ich in der Kinder- und Jugendklinik war ich der schwerkranke dem keiner helfen konnte. Wir waren zusammen auf der Geschlossenen. Es war wohl nichts härter als die Geschützte in der Jugendklapse. Denn dort traf ich Lena. Ich konnte nicht sterben, Gott ließ es nicht zu. Aber ich tat mein mir möglichstes, um es zu tun. Ich konnte nicht mehr weinen, mein Körper wusste nicht mehr wie das war. Meine Eltern schrien mich an: Was tust du, was tust du uns nur an. Mir war alles egal, ich wollte nicht mehr, ich konnte nicht mehr. Aber da war doch die stündliche Zigarette die man uns gönnt. „Ist bei dir noch Licht am Ende des Tunnels?“. Es gab keinen Tunnel mehr, es gab nur noch Schmerz. In der freien Wildbahn lachten die anderen über Menschen wie mich. Über uns verlorene Kinder aus Sinsen. Heute habe ich von Vielen gehört, die es nicht hatten schaffen können. Auch wenn manche von Ihnen Arschlöcher waren, so bitte ich Gott um Gnade für Diese, die den Kampf nicht hatten gewinnen konnten. Ich hatte Glück. Konnte die Not zur Tugend machen, und verdiene heute Geld mit meiner gespaltenen Seele.

Aber oft denke ich zurück an Lena. Sie war ein Jahr älter als ich. Sie sagte zu mir“ Hör zu ich werde es nicht schaffen, ich kann es nicht schaffen, ich habe keine Familie verstehst du, du bist intelligent, die Menschen mögen dich, ich bin dick, sie mobben mich in der Schule, meine Arme sind zerritzt, jeder sieht es. Ich habe alles versucht, die Medikamente, die sie uns geben wirken bei mir nicht. Mein Vater misshandelt mich.“

Ich hätte ihr gerne mehr dazu gesagt, alles was ich noch denken konnte war. Wenn du ein sinkendes Schiff kennst, so lass uns zusammen sinken. Lass es uns gemeinsam tun, lass uns gemeinsam sterben. Aber ich sagte:“ Versprich mir es nicht zu tun. Bitte versprich es mir. Sie sagte, sie könne es nicht. Irgendwann entließ man mich wieder in die Welt. Und die Menschen lachten mich aus, weil ich ein Psycho war. Aber irgendwann lernte ich damit zu leben. Irgendwann genoß ich das lachen, das war der Moment als ich den Teufel entwaffnete. Ich lernte das Musizieren, das Dichten und Denken, schaffte sogar einen Beruf zu erlernen, gar einen Universitätsabschluss. Irgendwann war ich ein Mann von Welt. Ich ließ das Kranke hinter mir, ich lernte Energie aus dem Dopamin zu beziehen. Eine unbegrenzte Energie. „Gott gibt seinen stärksten Soldaten für seine härteten Kämpfe“, sprach der ein Freund mal zu mir.

Irgendwann hatte ich Kim getroffen. „Wie geht es Lena, hast du noch einmal was von ihr gehört?“. Sie schaute etwas starr in die Luft. „Lena hat es nicht geschafft. Ein paar Monate nach deiner Entlassung, hatte sie eine Flasche Wodka getrunken, sich nochmals die Pulsader aufgeschnitten und sich auf dem Dachboden der Klinik erhangen.“

Mir kamen die Tränen, denn scheinbar war ich bereits Gottes Soldat damals. Aber Lena, sie war kein Soldat. Lena war noch ein Kind. Lena war meine Freundin gewesen. Sie hatte den Kampf nicht schaffen können.

Petersilie

Es war ein kühler Morgen, an dem sie in einem Supermarkt stand, den Wagen voll mit einem Sack dunkler Frühkartoffeln, zwei Pfund Kaffeebohnen kräftiger Röstung, Äpfeln, die sich derzeit wieder im Angebot des Händlers befanden, einer Tüte gesalzener Rotkohlchips und vielerlei Kleinkram. Groß und leuchtend stand vor ihr das drehbare Regal mit den Pflanzensamen. Vieles war im Angebot, Möhren, Narzissen, Rauken, Steckrüben, alles Pflanzen mit denen Sie in ihrem zwei Zimmer Apartment ohne Garten nicht viel anfangen konnte. Sie überlegte, was in den kleinen Fensterkasten würde wachsen können. Blumen kamen für sie nicht in Betracht, an ihrem kleinen Laden war wenig sonniger Platz man musste hier also Prioritäten setzen. Ein schmackhaftes Kraut sollte es sein, vielleicht ein Majoran, eine Zitronenmelisse oder ein warm duftender Lavendel. Ein Gewürz stellte für sie eine pragmatische Lösung dar, schließlich braucht schweres Gemüse ein ordentlichen Beet,die Feuchtigkeit regelmäßigen Regens und die Kraft des Sommerwindes. Wenige Momente überlegte sie noch und griff dann zur schmalen Verpackung mit krauser Petersilie.

Als der kalte Februar seine letzten frostigen Böen über das Land zog wurde ein Topf mit schwärzlicher Blumenerde gefüllt, mit den gespannten Fingern ein Loch in den weichen Boden gedrückt, dies mit einem Samenkorn gefüllt. Das Wiederholte das Mädchen dreimal. Nun befand sich in jeder Ecke ein Same, ein Korn, ein Wunder das bereit war die Welt zu verändern, ein genetischer Schaltplan, eine kleine Petersilie. Am Abend goss sie die Pflanze mit der metallenen Gießkanne, die sie einmal auf einem Trödel für ein paar Münzen hatte ergattern können. Ab jetzt wurde jeden morgen beobachtet und wenn es sonnig war, wurde wieder Wasser hinzugegeben.

Bevor die Arbeit losging sah sie aufs kleine Miniaturbeet, bis sich eines morgens der erste kleine grüne Kopf aus der Erde erhob und sich auf den Weg Richtung Sonne machte. Bei der Bemerkung dieser Geburt, verzückte sich das Herz der Mutter in eine glückliche Wonne. Wenige Tage später spross der zweite Same, irgendwann auch der Dritte, als der erste Kopf bereits ein paar Zentimeter seine krausen Haare in die Luft streckte. Die Pflanzen wurden gegossen und gepflegt. Wuchs nur langsam und spärlich auch wenn man Versuchte den Wachstumsprozess mit einem Dünger zu begünstigen, den die Petersiliengärtnerin von den Eltern geschenkt bekam. Sie besaßen einen großen Garten mit einer starken Kirsche und zwei großen Apfelbäumen, welche die Familie jedes Jahr mit Obst beschenkten.

Eines Nachmittags im April schien die Mittagssonne schwer durch die Fenster, seit Tagen waren die Pflanzen nicht mehr gegossen worden. Die Erde war mürbe trocken und die drei zarten Pflänzchen hingen ausgelaugt ihre Kronen Richtung Boden. An der im Plastikkasten Mittelstehenden hatte sich sogar eine Krause schon in ein blasshelles Braun verfärbt, als die Mieterin beladen mit einem ledernen Reisekoffer die Wohnung betrat. Mit einer Freundin waren sie in einem zerkratzten Polo Richtung Ostsee gefahren, um ein paar sonnige Tage an frischer Meeresbrise zu verbringen. Als sie das Szenario im Wohnzimmer erblickt griff sie rasch zur zur Gießkanne, füllte sie im Badezimmer mit kaltem Wasser und goss schließlich erst die große dann die mittlere Petersilie schnell. Bei der dritten passierte ein Missgeschick, durch das schnelle Gießen staute sich das Wasser auf der Bodenoberfläche.Die erst wenige Zentimetergroße getrocknete Pflanze schwamm plötzlich leicht im Wasser auf. Dies hatte zur Folge, dass ihre Wurzeln ein Stück aus dem Grund gerissen wurden. Nach ein paar Momenten war das Wasser im Boden versickert und die Kleine stand zunächst wieder auf der Erde.

Wenige Tage später hing war das Grün der Dritten zu einem durchgezogenem Beige geworden, nun war die Erste hinüber. In dem folgenden Sommer legten die zwei anderen Gewächse rasch an Halmen und Volumen zu, oft griff die Frau mit der Scheer zur Petersilie, trocknete die Krausen Halme in der Sonne, quetschte ein Paar in eine Plastikbox und legte sie in ihr Gefrierfach, um Suppen und Eintöpfe mit dem herben Geschmack zu verfeinern.

Eines Novembertages wurde waren die Vorräte aus dem Sommer aufgebraucht und sie schnitt 5 große Halme ab, zerkleinerte sie auf hölzernem Brett mit dem Messer und fror auch diese Extraktion wieder in ihrem Kühlfach ein. Der Petersilie wurde das zu viel. Der Winter war kalt und dunkel, kaum ein paar Sonnenstunden hatte der November den Menschen gebracht. Regelmäßig musste die Heizung aufgedreht werden. die Strapazen dieser Prozedur trugen die Kräuter. Schließlich konnte eine nicht mehr genug neue Sprossen treiben lassen. Ihr Stamm wurde weich und labbrig, das Grün wurde schwächer, gab auf, verlor sich im welken Braun des Pflanzentodes.

Wie bei der Petersilie ist es doch das Schicksal eines jeden Lebens sich am Ende aufzulösen, zur Erde zu werden und Platz im Raum für neues Werden zu machen.

Im darauffolgendem Sommer spross die übergebliebene Krauspetersilie stark auf. Sie bildete zahlreiche Sprossen. Im verregnetem August, kroch eine kleine braune Kappe aus der Erde, die der Petersilie Gesellschaft leistete. Ein verirrter Häubling entstieg der Erde und teilte. Der kurzlebige Pilz sorgte für Verwirrung, auch sein Schicksal erfüllte sich nach wenigen Tagen, bis er seine Spooren in die Luft schickte.

Im Winter entstanden auf der Dritten Peter weiße Punkte und bildete keine neuen Triebe mehr aus. Irritiert machte sich das Frauenzimmer auf in eine Gärtnerei und ließ sich beratschlagen, um was für ein Problem es sich handeln möge. Man riet ihr die Spinnmilben mit einer Lösung zu besprühen und verlangte für kleine Menge des Giftes eine Summe, für die man im Supermarkt hätte 10 neue Töpfe mit Kräutern hätte erwerben können. So kam es, dass das Problem mit Brennspiritus und Spülmittel bespritzt wurde. Unbedacht gelangte das Substrat in die Erde. Das war Zuviel, die Spinnmilben verschwanden zwar, aber die Petersilie vertrug die Lösung im Boden nicht. So erstarben auch ihre dünnen Wurzeln langsam, auch ihr Blätter bräunten sich, auch ihr Stamm wurde hohl weich und strohig. Sie wurde dem Boden entrissen und in auf dem Kompost entsorgt. Auch sie konnte sich verwandeln in Humus. In ein neues kurzes Leben.

Luftklärwerke

Seid mehreren Wochen beschäftigt mich die verschmutzte Stadtluft, die wir in Deutschland in zahlreichen Großstädten wie Köln, München oder Berlin haben. Ich frage mich ob ich der erste Mensch bin, der auf die Idee gekommen ist, dass man in Großstädten Luftklärwerke bauen könnte um den Feinstaub aufzufangen, um die zunehmende Verpestung der Atemluft zu verhindern. Das Wasser wird ja bereits gereinigt, aber wir brauchen auch saubere Luft in den Städten. Mit Filteranlagen wie sie in Kohlekraftwerken existieren könnte man doch schon einiges erreichen. Grade an Verkehrsknotenpunkten wo viel gefahren wird könnte man Lungenerkrankungen vorbeugen.

 

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